Rogelio ECHAVARRIA

(Kolumbien)

 

 

 

Alle Straßen, die ich kenne,

sind ein langes Selbstgespräch von mir,

voller Menschen, die Bäume sind,

geschüttelt von dunklen Ereignissen.

Wenn die Sonne

auf  den Balkonen aufbläht

und mit ihrer Wärme

den sinkenden Staub zerteilt.

Die Leute, die ich finde, sind einfach

nur Steine

ich weiß nicht warum

sie rollen vorbei.

Mit ihren Augen

schauen sie feindselig auf mich.

Bin ich denn ihnen allen ein Feind?

Ich kann bei ihnen kein freies Bewußtsein finden,

wie bei einem Verbrecher oder bei

einem Künstler,

aber ich weiß,

sie alle kämpfen für sich allein,

um das Erstrebte zu erlangen.

Alle die Straßen, die ich kenne,

sind ein langer Trauergesang.

 

 

 

Falscher Weg

 

Der Sturm meines Lebens läuft

in die falsche Richtung

oder ich habe den falschen Weg eingeschlagen.

Ich bewege mich genauso schnell wie der Fluß

so bleibt das Ufer

immer dasselbe,

es verschwindet nicht

ich lasse es nicht hinter mir,

ich lasse es nicht hinter mir,

ich bewege mich nicht vorwärts.

Ich weiß: wenn ich aufhöre zu schwimmen,

wird mich die Strömung abtreiben

- der Fluß kennt seinen Weg

sogar in Dunkelheit.

Aber ich vergesse mein Ziel

Nicht zurückzukehren.