(Kolumbien)
Der Engel kommt und reitet
auf der stöhnenden Einsamkeit
unter silbernen Aschenbäumen.
Die Rose verbrennt zwischen Küssen,
die sofort ersterben.
Girlanden, Archipele
und Violinen
umgeben die eisernen
Hände des Reisenden.
Befehl wurde erteilt
die Schlaflosigkeit wieder einzuführen.
Zwei Lippenpaare und zwei Tauben mit Narben
werden geboren und sterben vor Mauern,
die nicht lachen.
In dieser Nacht der Wiedererschaffung der Welt
Zittert und zerreißt alles.
Gefräßige Wolkenkratzer lachen
über das Unbegrenzbare.
Taube Hüften jammern
Zu siegreichen Trompeten.
Eine Vielzahl an Kehlen
Jubilieren.
Diese Nacht, wo alles zittert und zerreißt
Speit einen furchtbaren Gestank aus.
Sie schnitzt neue Pfeile,
die aber vor Gebrauch versagen.
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Jose Luis Diaz-Granados: 1946 in Kolumbien geboren. Seit 1979 Mitarbeiter der Zeitschrift "Sonntagslektüre". 1968, 1980, 1987, 1990 mit Preisen ausgezeichnet. Auseinandersetzungen besonders mit dem chil. Schriftsteller Pablo Neruda.