Gheorghe ISTRATE

(Bukarest)

 

                                                           Motto:

                                                           es gibt eine Stunde mit Nächten aus dem Wort gezogen

                                                           von hier ab wird der wasserlose Weg gewählt

                                                           die Erde hat meinen jungen Schatten angezogen

                                                           der Leib von Augenlidern wird erhellt.

 

 

 

 

I

 

ich habe meine Schläfen in die Stille gebeugt

draußen über den Schalen des Seins flattern die, nach

Schlaf dampfenden Wäsche

es ist vielleicht der grüne Durst des Baumes

der auf meine Seele wartet, um sie zu stehlen

 

schlafwandlerisch steige ich in meinen eigenen Traum

die Treppe atmet in die Treppe, die nach ihr kommt

aus den Achseln fließt stumm die Ohnmacht

der vielen Versuche, der leeren Flüge und wächst das andere Ufer in meinen Augen

wie ein Bauernhof voll enger Gräber

durch welche auch ich gehen muß

mit meiner Last eines Zuges von Gesichtern

vor jedem verbrannten Stein

zerbricht eine meiner Masken und auf

dem Werkzeugschnitt des Blutes dringe ich

in meinem knorrigern Leib

in welchem die kranke Knospe weint

 

bald

steigt die letzte Maske

aus der Zerstreuung der unpassenden Knochen herunter

und beraubt mich

 

 

 

 

                                                           IV.

 

                                                           es kommt eine wüste Sandsschnur

                                                           und schlägt meinen Kopf  in den Nacken

                                                           neben den Tränenpfosten des Bettes,

                                                           die schweigend duldeten die Nächte

                                                           meiner trüben Flucht in die Frauen

 

                                                           wer konnte mir den Weg zurück erklären

                                                           ich finde mich erneut und falle erneut in die Sünde

                                                           auf dem Skelett meines Gesichtes klimpern

 

stachelig und zerbrochen die Masken des Schlafes

durch welche sickert  immer bis in den Tod

eine Träne

 

halte die gelbe Laterne unter meine Augen

von irgendwoher dringt in meine Rippen

der Schnabel eines Segelschiffes mit ausgerissener Reeling

aus welcher ich jetzt erwarte

daß der Baum aussteigt, von dem mir gesagt wurde, daß er am geradesten steht

 

siehe das Zimmer mit  seinem aufgehängten Lampen

im Zentrum einer Leere die aus den Flügeln geflossen ist

 

heile meinen Schlaf - seine Wunden

gießen mich in den Tag mit salzigen Gewässern

 

 

 

Maske einer Verliebten

 

Gott,

mach die Nacht mit einem Auge länger

verheirate mich mit dem Feuer und laß ihn schwanger werden

zieh mir das fremde Wort aus dem Leib

wie ein beschämender Rest einer Maske

 

und SIE-

stell sie, mein Gott mit den Beinen auf ein Blatt

und stell ihren stummen Schatten in meinen Schatten

mach, daß sie stirbt und daß ich um sie trauere

während ich ihre Seele zu den Sternen trage

 

 

 

Vögel auf der Schaft des Pfeils

 

heute entledigt sich meinen Körper

wie der Herbstsonne

seiner alten Wunden

bereitet sich ruhig

für die große Reise vor

 

ich hebe den Bogen gen Himmel und der erstaunte Himmel

kommt meinem Arm entgegen

es fallen Vögel auf den Schaft meines Pfeils

den weißen Tod umarmend

 

es ist  die Zeit - sein Schatten nähert sich

dem Maul des Nichts

durch den die Jahrhunderte fließen

 

zitternd vor Ungeduld wartet das Fleisch der BESTIE darauf,

seine WUNDE zu bekommen

 

 

 

Dt.-Nachdichtung: Radu Barbulescu.