(Bukarest)
Motto:
es gibt eine Stunde mit Nächten aus dem Wort gezogen
von hier ab wird der wasserlose Weg gewählt
die Erde hat meinen jungen Schatten angezogen
der Leib von Augenlidern wird erhellt.
ich habe meine Schläfen in die Stille gebeugt
draußen über den Schalen des Seins flattern die, nach
Schlaf dampfenden Wäsche
es ist vielleicht der grüne Durst des Baumes
der auf meine Seele wartet, um sie zu stehlen
schlafwandlerisch steige ich in meinen eigenen Traum
die Treppe atmet in die Treppe, die nach ihr kommt
aus den Achseln fließt stumm die Ohnmacht
der vielen Versuche, der leeren Flüge und wächst das andere Ufer in meinen Augen
wie ein Bauernhof voll enger Gräber
durch welche auch ich gehen muß
mit meiner Last eines Zuges von Gesichtern
vor jedem verbrannten Stein
zerbricht eine meiner Masken und auf
dem Werkzeugschnitt des Blutes dringe ich
in meinem knorrigern Leib
in welchem die kranke Knospe weint
bald
steigt die letzte Maske
aus der Zerstreuung der unpassenden Knochen herunter
und beraubt mich
IV.
es kommt eine wüste Sandsschnur
und schlägt meinen Kopf in den Nacken
neben den Tränenpfosten des Bettes,
die schweigend duldeten die Nächte
meiner trüben Flucht in die Frauen
wer konnte mir den Weg zurück erklären
ich finde mich erneut und falle erneut in die Sünde
auf dem Skelett meines Gesichtes klimpern
stachelig und zerbrochen die Masken des Schlafes
durch welche sickert immer bis in den Tod
eine Träne
halte die gelbe Laterne unter meine Augen
von irgendwoher dringt in meine Rippen
der Schnabel eines Segelschiffes mit ausgerissener Reeling
aus welcher ich jetzt erwarte
daß der Baum aussteigt, von dem mir gesagt wurde, daß er am geradesten steht
siehe das Zimmer mit seinem aufgehängten Lampen
im Zentrum einer Leere die aus den Flügeln geflossen ist
heile meinen Schlaf - seine Wunden
gießen mich in den Tag mit salzigen Gewässern
Gott,
mach die Nacht mit einem Auge länger
verheirate mich mit dem Feuer und laß ihn schwanger werden
zieh mir das fremde Wort aus dem Leib
wie ein beschämender Rest einer Maske
und SIE-
stell sie, mein Gott mit den Beinen auf ein Blatt
und stell ihren stummen Schatten in meinen Schatten
mach, daß sie stirbt und daß ich um sie trauere
während ich ihre Seele zu den Sternen trage
heute entledigt sich meinen Körper
wie der Herbstsonne
seiner alten Wunden
bereitet sich ruhig
für die große Reise vor
ich hebe den Bogen gen Himmel und der erstaunte Himmel
kommt meinem Arm entgegen
es fallen Vögel auf den Schaft meines Pfeils
den weißen Tod umarmend
es ist die Zeit - sein Schatten nähert sich
dem Maul des Nichts
durch den die Jahrhunderte fließen
zitternd vor Ungeduld wartet das Fleisch der BESTIE darauf,
seine WUNDE zu bekommen
Dt.-Nachdichtung: Radu Barbulescu.