Frederike HABERKAMP

(Bonn)

 

 

 

            ***

 

Auf der Treppe warten immer

noch nur die Studenten

 

Ein Blindenhund, der verlorene

Brief

 

Neben dem Laden gab es einst

Einen Nebel, Blumentau

 

Wie ein Versprechen;

Aber die Farben sind noch frei.

 

Eine Stimme spricht zu mir

 

Eine dunkle Liebe am Ende

Des Jahrhunderts.

 

Du hast mich alle Nächte

Lang gehalten,

und ich raube die Rosen aus Deinen

traumschweren Händen.

 

Papier kommentiert das Totem,

verdrehte Zeichen.

 

Wartende Adler sitzen im Haus.

 

Eidechsen sprechen meine Sprache

 

Und es sind die Dinge, die mir

Zuraunen an heißen Schieferwänden.

 

Am Abschied steht Gelächter, verliebt

Wie Vögel.

 

In dieser Kornkammer wartet ein vergessenes Begräbnis, eine

 

Aufgegebene Geschichte.

 

 

 

            ***

 

In den geputzten Kaminschlot

wirft Niemandswer die Kohlen.

 

Flackerndes Wasser fällt

Wie Schnee von den Blüten.

 

Ich bin doch uneins, internierte

Ästhetische Kuchenblumen.

 

 

 

            ***

 

Denn ich will eine

Neue Welt bauen, in den Elends

Quartieren

 

Ein gütiges Licht in der Nacht

Ist die Messmaus

 

Wider meine Tat, als

Ich den Abstand des Sommers küsste

 

Und wir in einer blauen Grotte klingenden

Tee tranken. Quecksilbertränen

 

Wenn Niemand,

wenn die Not des Mittags liest.

 

 

 

            ***

 

In Ewigkeit scheinst Du

Licht in meiner versteinerten Nacht.

 

Die Zeit ist schon versternt wie

Die letzte Zeile. Aber in welchem

Traum sah ich Dein Gesicht?

 

Heimweh ein besseres Gefühl nun

Lebende Lügen,

eine weggeworfene Träne Gottes.

 

 

 

            1927

 

Ein Gekko blickt aus dem Spiegel.

Nur Quacksalber machen Quecksilber aus Bor und Alaun.

Ich finde keine Zeit für die Nimmermehrtag

die Klappkarten.

Träume, und die Welt steht

in Flammen.

Mein Reich ist eine eiserne Feder, nur

was wahr ist, wissen sie nicht.

Du verlierst nur Dein Leben.    

 

 

           

            Gestern

 

Der

reflektierte

Herbst

 

will Yr. Da haben Sie

(Fenchel) vor

einem großen Tod

gestanden. Die Sorten

Kerne sind wie

Angst

 

vorm Sandmann

trennbare Worte.

 

 

           

            Freude

 

Die Betroffenheit, nicht

die Verlassenheit des Augenblicks,

aber höre den

 

schwarzen Hammer lächeln.

Aber stiller, und nicht näher

die Fremde.

 

Aber erst die Erschütterung gegen die Felsen!

Eine weiße Katze, ein aufgerissener

Schnabel am Wegrand.

 

denn Sinn in den Sinn zu nehmen

            aber es lag Schnee in der Waagschale,

zu glauben, aber nicht zu meinen:

es war so schön, aber nicht so wichtig.

 

           

 

            Tante

 

Die Zwillinge heirateten.

 

Der Tennisball sucht den Blick

wie der Glaube an Enden.

Desinfiziert, mythisch sind

die Säbel, vorsintflutlich,

wie Dein Haß. Der Traum

ist wirklich beschleunigt, verrät jene Engel.

Die Operation warnschmerzhaft,

erfolgreich,

wie Deine erzwungene Handschrift.

 

 

           

            AIN

 

Doch halt lose die Freude

Das Gras in der Scheune

nur, sie stehen nicht mehr auf.

Das Füllhorn wirds wandeln,

nein, der hat es gelesen.

Wie der nicht vorhandene

Aufbruch in der Ewigkeit.

Der Wind zeitigt den Raum

traurige Wespen.

Er hieß Schattenmann.

In der verminten Landschaft

göttliche Funken. Nicht nur

das Universum geht durch die Wand.

Die Zeit steht für viele, Dir richtig

wie eine verschlossene Tür,

wie alle Zahlen.